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„Die Wanderausstellung“ der Malerin Katrin Kampmann
20. bis 25. Juni 2011,
Österreich, Tirol, Zillertal

Seit jeher ist der Mensch gewandert. Schon die Jäger und Sammler legten weite Strecken zu Fuß zurück und Jahrhunderte lang hatte das einfache Volk keine Fortbewegungsalternativen. Das zweckfreie, der Erbauung dienende Wandern wie wir es heute kennen, entstand hingegen erst im 18. Jahrhundert. In der Aufklärung wurde es zum Symbol der Emanzipation des Bürgertums – das Wandern wurde intellektuell. Die Romantiker schließlich suchten in der Natur Einsamkeit und Innerlichkeit. Auf diesen Wanderungen entstanden zahlreiche Skizzen, Gemälde und Kupferstiche – das Wandern wurde künstlerisch. Diese Art der künstlerischen Produktion ist heute überaus selten geworden, wenn nicht gar ganz verschwunden. Zwar ist die Natur hin und wieder noch Thema der Malerei, jedoch verwenden die meisten Künstler beispielsweise Fotografien als Vorlagen. Nicht die Natur ist also aus der Kunst verschwunden, aber der Künstler aus der Natur.

Auch die international vertretene Berliner Malerin Katrin Kampmann verwendet für ihre teils figurativen, teils abstrakten Gemälde Fotografien und Filmstills als Vorlagen, auch lässt sich die begeisterte Leserin häufig von Literatur inspirieren. So ist sie auch vorgegangen als sie sich dem Thema „Alpine Bergwelten“ angenommen hat.

Hierbei interessieren sie nicht nur visuelle, sondern auch gesellschaftliche und kulturelle Aspekte der Vorlagen: Der Kontext, in dem diese Bilder stehen wird in der Malerei reflektiert. Es ist somit gerade die Vermitteltheit dieser Eindrücke aus Fotografie, Film, Literatur und Philosophie, die für Kampmanns Malerei von Bedeutung ist. Was geschähe nun aber, wenn man diese Destillate vermittelter Eindrücke zum Quell derselben zurückbrächte? Wenn der Künstler (oder in diesem Fall die Künstlerin) wieder in die Natur zurückkehrte – diesmal allerdings in Begleitung seiner Werke?

Genau das hat Katrin Kampmann vor. Sie wird zusammen mit den Kuratorinnen Felicitas Aull und Eva Wißkirchen, einem Fotografen und anderen wanderbegeisterten Kulturschaffenden, geführt von dem Kulturreferenten und Wanderleiter der Berliner Sektion des DAV, Warmund Koch, einige Etappen des Berliner Höhenwegs erwandern. Kleinformatige Leinwände und Papierarbeiten werden mitwandern und auf den Hütten ausgestellt werden. So erhält das Wort „Wanderausstellung“ eine schöne, neue Bedeutung. Die Wanderausstellung beginnt gleich mit der Hüttenöffnung am 20. Juni auf dem Friesenberghaus. Dann geht es weiter über die Olpererhütte zum Furtschaglhaus. Wenn es die Wetter- und Geländesituation zulassen führt die Tour über das Schönbichler Horn zur Berliner Hütte. Dazwischen stehen, je nach Wetterlage, Petersköpfl, Hoher Riffler, Gletscherweg und Schwarzsee auf dem Programm. Am Samstag dem 25. Juni soll es dann eine Abschlussschau mit allen Kunstwerken und hoffentlich zahlreichen, interessierten Gästen im Damensalon der Berliner Hütte geben. Die Sektion Berlin und insbesondere Kulturreferent Warmund Koch stand den Bergneulingen des Projekts bei der Planung und Finanzierung der Wanderung von Anfang an mit Rat und Tat zur Seite, und wird auch bei der Durchführung unentbehrlich bleiben.

Aber damit noch nicht genug: Wieder nach Berlin zurückgekehrt wird die Künstlerin ihre selbstgewonnenen, unvermittelten Eindrücke zu neuen Bildern verarbeiten, die dann zusammen mit den „getragenen“ Kleinformaten und der filmischen, fotografischen und schriftlichen Dokumentation der Wanderung in Berlin ausgestellt werden. Diese Gesamtschau wird im Herbst stattfinden.

Hernach soll aber auch die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs „Wanderausstellung“ zu ihrem Recht kommen: Die Berliner Gesamtschau aller Werke plus Dokumentation soll auch in München, Zürich und Wien gezeigt werden.

 

Wer mitwandern oder zum Abschlussabend auf die Berliner Hütte kommen will, kann die Infos darüber bei kultur@dav-berlin.de abrufen.

http://de.betterplace.org/projects/6806-die-wanderausstellung

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